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   ALUMNI REVUE - MÄRZ 2005
       

    
    
 

Alumni in aller Welt


Alumni-Treffen BeNeLux

Verstärkung der guten nachbarschaftlichen Beziehungen

Der luxemburgische Alumnus Marc Ant, Professor für Wirtschaftspsychologie, ist zunächst skeptisch: Seit mehr als 15 Jahren hatte er keinerlei persönliche Nachricht von seiner ehemaligen Universität, und nun im Jahr 2004 hat er gleich dreimal Post erhalten. Darunter auch die Einladung zu einem ersten Alumni-Treffen "BeNeLux", organisiert von "Heidelberg Alumni International": Für einen Tag, den 20. November 2004, waren Ehemalige aus den Ländern Belgien, Niederlande und Luxemburg in die Stadt Luxemburg eingeladen worden, um ihre Verbindung mit der AlmaMater zu erneuern.

Seit der Gründung der Nachkontakt-Initiative im August 1996 bemüht sich die Universität Heidelberg um den Aufbau neuer Kontakte mit ihren Ehemaligen in aller Welt.

"Ein solch weltweites Netzwerk aufzubauen und es dann auch lebendig zu halten, das kann nicht alleine von Heidelberg aus gelingen", sagte Silke Rodenberg, neue Leiterin von "Heidelberg Alumni International" (Interview auf Seite 4) in ihrer Begrüßung. Also regte Frau Rodenberg gleich zu Beginn der Veranstaltung die spätere Gründung eines Heidelberg Alumni-Clubs "Luxembourg" an.

Mehr als 30 Absolventen unterschiedlicher Generationen und verschiedener Fakultäten hatten die Einladung nach Luxemburg angenommen. Jetzt waren sie die Stufen in das Untergeschoss des Historischen Museums der Stadt Luxemburg, das als Ort der Wiederbegegnung ausgewählt worden war, hinabgestiegen.

Das Ambiente des in den Felsen hinein gebauten Hauses ist edel, der Sekt kommt aus einer der örtlichen Kellereien, die Studentenküsse aus der Unteren Straße in Heidelberg. Für finanzielle Unterstützung sorgt die Banque Générale du Luxembourg. Und natürlich fehlen auch nicht die Magazine und Broschüren der Ruperto Carola.

Vor der geöffneten Tür des Seminarraumes stehen ehemalige Kommilitonen mit den Delegierten aus Heidelberg zusammen, reden auf das lebhafteste miteinander, und als die Veranstaltung beginnt, verabreden sie, beim Lunch bestimmt nebeneinander zu sitzen.

Zwischen der Universität Heidelberg und den Hochschulen der BeNeLux-Länder bestehen lange und gute nachbarschaftliche Beziehungen. Insbesondere Alumni aus Luxemburg haben einen akademischen Abschluss an der Ruperto Carola erworben. Bedeutung und weitere Entwicklungsmöglichkeiten dieser Beziehungen unterstrich der Heidelberger Prorektor für Internationale Angelegenheiten, Prof. Dr. Angelos Chaniotis, in seinem Grußwort. Chaniotis ging aber noch einen Schritt weiter und sprach von diesem Wiedersehen als einer Art Familientreffen. Dazu ging er auf die mythologische Anrede "Mater" in der lateinischen Bezeichnung einer Hohen Schule ein und übersetzte die Bezeichnung "Alumnus" mit "ein von Freunden aufgezogenes Kind". "Eine gute Mutter", so Chaniotis lächelnd, "kümmert sich auch dann noch um ihre Kinder, wenn diese das Haus verlassen haben. Andererseits erwartet die Mutter nun mit zunehmendem Alter auch Unterstützung von ihres Geistes Kindern".

Und was ist es genau, was die Universität von Ihren Alumni erwartet? - Später am Nachmittag, im Rahmen seines Vortrages zu den aktuellen hochschulpolitischen Entwicklungen am Beispiel der Universität Heidelberg, ging Chaniotis auf diese Frage weiter ein. Deutlich brachte er zum Ausdruck, dass es in jetziger finanziell schwieriger Zeit für die Universität zwar zunehmend auch um mögliche materielle Unterstützung durch die Ehemaligen gehe, vor allem aber immer um die wissenschaftliche Zusammenarbeit.

"Ihre Alma Mater ist an einem lebenslangen Austausch von Erfahrenem und Erforschtem mit ihren Alumni interessiert", sagte Chaniotis und erinnerte an das höchste Ziel einer Universität: Die Suche nach der Wahrheit. "Dieser immer währende Prozess bedarf gerade auch derjenigen, die das Studium bereits hinter sich haben", unterstrich der Prorektor.

Den Gewinn an geistiger, aber auch an geographischer Mobilität, den sie sich auch zukünftig für alle Studierenden wünscht, betonte Dr. Adelheid Ehmke, Prorektorin der Université du Luxembourg. Frau Ehmke war neben dem Vertreter der Deutschen Botschaft als Ehrengast des Alumnitreffens geladen worden. "Ein Universitätswechsel während des Studiums", so brachte Frau Ehmke es in ihrem Grußwort auf den Punkt, "ist eine große Chance: Er verhindert die ansonsten drohende Provinzialität im persönlichen Leben und in der Wissenschaft".

Es ist bereits Tradition, dass bei jedem Alumnitreffen ein Repräsentant aus Lehre und Forschung der Universität Heidelberg einen wissenschaftlichen Vortrag hält. Übernommen hatte die Aufgabe diesmal Prof. Dr. Frankwalt Möhren, Professor am Heidelberger Romanischen Seminar und Wissenschaftlicher Angestellter an der Heidelberger Akademie der Wissenschaften.

Möhren, der ebenfalls in Heidelberg studiert hat, vermochte mit seiner interdisziplinären Vorlesung die Zuhörer sofort zu bannen. Da hatte man doch gerade die aktuelle wissenschaftliche Zusammenarbeit im jetzigen vereinten Europa gelobt, als Möhren den Blickwinkel mit seinen Eingangsworten gleich wieder veränderte: "Ein Historiker fragt immer zuerst: Ist das eine alte Idee oder eine neue?" Und gerade so fragte auch der Vortragende und nahm die Zuhörer sodann mit auf eine Ideen- und Zeitreise unter dem Titel "Europäische Textkultur und Aufklärung".

"Ich möchte jetzt gleich losgehen, um mich erneut an der Ruperto Carola zu immatrikulieren", sagte Alumnus André Linden spontan, nachdem Möhren geendet hatte. Und viel später, während des gemeinsamen Abendessens in der Luxemburger Altstadt, erzählte Linden, Absolvent der Philosophie, von seiner persönlichen und lebendigen Beziehung zu Heidelberg: Untrennbare Einheit von alter Stadt und Universität...

In dieser Runde am Abend setzt Professor Ant dann auch seinen Namen unter einen Antrag auf Registrierung bei "Heidelberg Alumni International". In Zukunft wird er nun regelmäßig Post aus dem Alumni-Büro erhalten. Versprochen!

Und was hatte Dr. Frank Hoffmann seinerzeit dazu bewogen, Germanistik in Heidelberg zu studieren? - Hoffmann, Leiter des Nationaltheaters Luxembourg und seit kurzem Festspielleiter der Ruhrfestspiele, hatte spontan zugestimmt, als Silke Rodenberg ihn bat, im Rahmen des Alumni-Treffens von seinem besonderen Lebensweg zu erzählen.

Hoffmanns Erzählungen führen in das Heidelberg der späten 70er Jahre, eine Zeit des Aufbruchs und der Erneuerung auch in der Welt des hiesigen Theaters, in der Hoffmann sich wiederfand und engagierte: Das studentische Theater im "Romanischen Keller" verdankt ihm seinen Namen. Und noch mancher erinnert sich an Aufführungen der "Klammerspiele" im Hörsaal 13.

Und die Universität? Einen Mikrokosmos der Ruhe und Geborgenheit nannte Hoffmann sie in seiner Erinnerung und sagte dann: "Heidelberg ist eine Stadt, die einer einzigen, imaginären Bibliothek gleicht. Ich bin dankbar, von dieser Alma Mater als junger Mensch für immer mit intellektuellem Wissen versorgt worden zu sein."

Verbeugung, Herr Hoffmann: Ein besseres Schlusswort lässt sich kaum finden. Auf Wiedersehen nächstes Jahr in Brüssel!

Christine Domnik

 


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Heidelberg, den 22. März 2005