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   ALUMNI REVUE - DEZEMBER 1998
       

    
    
 

Alumni in aller Welt


Chile

Zweites Regionaltreffen in Santiago

"Wir haben uns heute zum ersten Mal seit 30 Jahren wiedergesehen", bekennen die Argentinier Prof. Juan Manuel Campana und Prof. Jorge Pereyra einmütig. Beim Medizinstudium in Heidelberg hatten sie sich 1965 kennengelernt. Und die Universität brachte die beiden Ärzte jetzt auch wieder zusammen - beim Regionaltreffen der Alumni Lateinamerikas in Santiago de Chile. Damit setzte die Ruperto Carola eine noch junge Tradition fort, die sie mit dem ersten Regionaltreffen im November 1997 in Beirut begründet hatte.

"Die Universität kommt zu Ihnen"

In seiner Begrüßungsansprache betonte Rektor Prof. Jürgen Siebke den Wert des Absolventen-Netzwerks für die Metropole in den Anden: San Universität: "Wir wollen diese weltweite Verbindung noch enger gestalten - nicht nur durch die Medien und das Internet, sondern auch durch den persönlichen Kontakt. Deshalb kommt heute die Universität zu Ihnen." Rund 70 Absolventen aus Argentinien, Chile, Costa Rica, Honduras, Mexiko, Peru und Venezuela trafen sich bei sommerlichen Temperaturen im Tagungszentrum der Pontificia Universidad Catölica de Chile (PUC) direkt an der "Alameda" mitten in Santiago. Einige von ihnen wirkten und wirken inzwischen im wahrsten Sinne des Wortes als "Botschafter" der Heidelberger Universität auf dem amerikanischen Subkontinent: Denn die chilenischen Alumni Otto Boye, Roberto Cifuentes, Mario Fernandez und Carlos Huneeus sind hochrangige Diplomaten des demokratischen Chile. Als Schüler des Politikwissenschaftlers Dieter Nohlen könnte man sie ohne weiteres auch die "Heidelberg Boys" nennen. Auffällig ist auch, wie viele Mediziner und Naturwissenschaftler sich unter den lateinamerikanischen Alumni befinden, vom Orthopäden Werner Steinvorth aus Costa Rica, der in den fünfziger Jahren am Neckar studiert hatte, bis hin zum jungen peruanischen Chemiker Eduardo Orrego.

Modell Heidelberg macht Schule

Eröffnet wurde die Veranstaltung am Freitagabend mit einem Empfang im Garten der Deutschen Botschaft. Vor 120 Gästen freute sich Botschafter Horst Palmberg darüber, daß sich die älteste deutsche Universität für ihr Alumni-Treffen das südlichste Land Lateinamerikas ausgesucht hatte. "Das Modell Heidelberg wird Schule machen", konstatierte der Botschafter. Denn die Ruperto Carola gelte mit ihrer weltweiten Verbindung inzwischen als Vorreiterin in der internationalen Absolventenpflege. Für die Organisation des Treffens zeichneten Albrecht Bayer und Dr. H. Joachim Gerke vom Akademischen Auslandsamt verantwortlich, vor Ort tatkräftig unterstützt von Dr. Walter Eckel vom Internationalen Studienzentrum (ISZ) und Nuria Alsina und Teresa Iriarte, die Auslandsamtsleiterinnnen der PUC und der Universidad de Chile. Beide Universitäten stellten großzügig die notwendigen Räumlichkeiten zur Verfügung.

Kooperation für die Zukunft

Doch auf Wissenschaft mußten die Alumni nicht verzichten. Deshalb hatte es die Universität so eingerichtet daß gleich zwei Lateinamerikaspezialisten zu aktuellen Themen referierten. Der Ökonom Prof. Hartmut Sangmeister beleuchtete die Herausforderungen, denen sich die lateinamerikanische Wirtschaftspolitik im Prozeß der Globalisierung stellen muß. Und Prof. Dieter Nohlen sprach über "Demokratie und soziale Gerechtigkeit" in Lateinamerika. Der Politikwissenschaftler nutzte die Gelegenheit zu einem Rückblick auf ein Vierteljahrhundert der Kooperation zwischen Heidelberg und Lateinamerika und holte dazu seine beiden Schüler Carlos Huneeus und Mario Fernandez mit aufs Podium. "Toleranz und Pluralismus sind unser Heidelberger Erbe", resümierte Mario Fernandez, heute Staatssekretär im Verteidigungsministerium. Beim vorzüglichen Mittagessen im Tagungszentrum standen persönliche Erinnerungen und eher kulinarische Fragen im Vordergrund, zum Beispiel die Frage, ob das Restaurant "Pop" in der Unteren Straße noch existiere (Anmerkung der Redaktion: Ja!). In den Gesprächen und Diskussionen des Forums nach der Mittagspause bildeten indes zukünftige Projekte der Fort- und Weiterbildung einen Schwerpunkt. Unter anderem wurde angeregt, Vorlesungen wie zum Beispiel das Studium Generale über das Internet weltweit anzubieten.

Kultur und Kommunikation

Gitarrenklänge rundeten das Treffen am Abend ab: Beim festlichen Empfang des Rektors in der Universidad de Chile spannten die vier Gitarristen des chilenischen Ensembles "Chordae" mit Werken britischer und argentinischer Komponisten einen musikalischen Bogen zwischen Europa und Amerika.

Ein Frühschoppen im Goethe-Institut (mit echtem deutschem Bier!) beschloß die Veranstaltung am Sonntagmorgen. Der Direktor des Goethe-Instituts, Dr. Dieter Strauss, wies auf die hohe Motivation der Chilenen hin, die deutsche Sprache zu lernen:

"Wir haben über 50 Doktoranden unterrichtet, die sich jetzt um ein Stipendium für einen Deutschlandaufenthalt bemühen." Rektor Jürgen Siebke bedankte sich beim Goethe-Institut für die Unterstützung des Regionaltreffens mit einem Bibliophilen Leckerbissen - dem Bildband über die Bibliotheca Palatina.

Die chilenische Presse nahm vom Treffen der "ex alumnos" lebhaft Notiz. Und der in Santiago lebende Schriftsteller Martin Grzimek, selbst ein Alumnus der Ruperto Carola, schrieb einen Bericht für die Heidelberger Rhein-Neckar-Zeitung. Sein Resümee als Beobachter: "Zur freundschaftlichen Atmosphäre kam der Wunsch hinzu, regionale Treffen der Alumni untereinander durchzuführen, um den Gedanken- und Erfahrungsaustausch fortzusetzen - einer von vielen Effekten, der die Wichtigkeit und den Erfolg dieser Begegnung unterstreicht."

Das Treffen im Frühling von Santiago bot auf diese Weise vielen Teilnehmer nicht nur die Gelegenheit zu einem Ausflug in ihre Heidelberger Vergangenheit. Es gab den Alumni Lateinamerikas auch die Chance, in Zukunft das Band zur Alma mater noch enger zu knüpfen.

Peter Saueressig

 


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Heidelberg, den 18. Juli 2003