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   ALUMNI REVUE - DEZEMBER 1999
       

    
    
 

Alumni in aller Welt


Tschechische Republik

Drittes Regionaltreffen

Sie waren aus Ungarn und aus Polen angereist, aus der Slowakei und aus Slowenien, aus Rumänien und natürlich aus der Tschechischen Republik, aber auch aus der Wahlheimat Deutschland: die Alumni der Ruperto-Carola beim Ehemaligentreffen der Region Mittel- und Osteuropa.

Ort der Begegnung für dieses dritte Alumni-Regionaltreffen war Prag. In den historischen Räumen der dortigen Karls-Universität begegneten sich im Verlauf der "Heidelberger Tage", wie eine Alumna das Treffen bei ihrer Registrierung liebevoll nannte, mehr als 50 Ehemalige, zum Teil gemeinsam mit Angehörigen, und Vertreter der Universitäten Heidelberg und Prag. Vor allem die Fächer der Neuphilologie, Neuere Geschichte, Jura, Medizin, Sportwissenschaft und Politikwissenschaft waren vertreten. Auch trafen Alumni aus mehreren Studentengenerationen zusammen und tauschten untereinander Studien- und Lebenserfahrungen aus mehr als drei Jahrzehnten aus. In dieser Zeit hat sich die politische Landschaft in Europa für die Tschechische Republik und ihre Nachbarstaaten, aber auch für die Bundesrepublik Deutschland fundamental verändert.

Bindung ist lebendig

"Grundsätzliche mentale Bedürfnisse bleiben jedoch in den Generationen gleich", sagte ein Alumnus aus Rumänien, "und dazu gehört der brennende Wunsch, in Frage zu stellen und vergleichen zu können, kontrovers zu diskutieren und Kritikfähigkeit als Qualität zu begreifen. All das war mir in Heidelberg möglich. Es wäre auch woanders möglich gewesen, aber für mich war es Heidelberg und bleibt lebenslang wichtig." Ein tschechischer Alumnus erzählte: "Nach Heidelberg zu gehen, das war der Beginn meiner persönlichen Mobilität." Der Geschäftsmann war eigens für das Treffen mit dem Auto aus Schottland gekommen. "Am Tag bin ich fast 1000 Kilometer gerast, um dabeizusein, wenn die Uni Heidelberg in meine Stadt kommt." Die Bindung an die Alma mater ist lebendig, und so hörte ein aufmerksames Auditorium den Ausführungen des Rektors Professor Jürgen Siebke zu, als dieser zur Eröffnung des akademischen Vormittags am zweiten Tag des Treffens über die wissenschaftlichen, strukturellen und finanziellen Entwicklungen berichtete. Siebke sprach darin unter anderem seine Kritik an der Novellierung des Universitätsgesetzes an. Er wies auf die Bedeutung der Regionaltreffen für die Universität hin: "Zugleich möchten wir Sie anregen, in Ihren Heimatländern bei Ihren jungen Landsleuten zu werben, ebenfalls ein Studium in Heidelberg aufzunehmen. Die weitere Internationalisierung ist Voraussetzung dafür, dass die Universität Heidelberg im internationalen Wettbewerb bestehen kann." Ein ganz anderer Ton klang bald darauf im "Patriotischen Saal" des Karolinums an, als der Heidelbergs Germanist Dieter Borchmeyer den Festvortrag des diesjährigen Regionaltreffens anstimmte: "Vom Himmel durch die Welt zur Hölle - doch das ist nur eine formale Beschreibung der szenischen Möglichkeiten...." Die Rede war hier natürlich nicht von den Qualen eines Studienbeginns in fremder Umgebung. Im Goethejahr 1999 galt der Festvortrag selbstverständlich dem Dichterfürsten selbst, und Borchmeyer beschäftigte sich mit dem Komödiantischen der Tragödie des "Faust".

Dynamischer Auftakt - musikalischer Schwung

Dass der Urfaust der Legende nach mindestens eine Begegnung mit Mephisto auch in Prag gehabt habe, erzählte Professor Jiri Tichy, Emeritus der Prager Medizinischen Fakultät, am ersten Abend des Alumni-Treffens im "Fausthaus", dem Klubhaus der Ersten Medizinischen Fakultät. Das schöne alte Gebäude bot den Rahmen für den dynamischen Auftakt des Regionaltreffens - und das im doppelten Sinne, denn die Dixieband der Medizinischen Fakultät, deren Leiter Professor Tichy ist, brachte musikalischen Schwung in den Abend.

Zu den Ehrengästen des Abends zählte der Kulturreferent der Deutschen Botschaft, Hubertus Klink. Er erinnerte an den zehnten Jahrestag der berühmten Rede des damaligen Außenministers Hans-Dietrich Genscher auf dem Balkon der Prager Botschaft - einer der bewegendsten Momente des Jahres 1989.

Auch das dritte Regionaltreffen endete mit einem Empfang des Rektors der Universität Heidelberg für die Alumni und für die Veranstaltungspartner vor Ort. Die Karls-Universität war mehr als nur ein "Gastgeber" für das diesjährige Alumni-Regionaltreffen. "Unsere beiden Universitäten verbindet eine zehnjährige lebendige und interessante Partnerschaft", unterstrich auch der Rektor der Karls-Universität, Professor Karel Maly, in seinem Grußwort an die versammelten Gäste, "so haben wir uns sehr darüber gefreut, dass Sie das Treffen der Alumni aus Zentral- und Osteuropa hier bei uns veranstaltet haben."

Die erprobte partnerschaftliche Zusammenarbeit, gerade auch zwischen den Auslandsämtern beider Universitäten, hat sich einmal mehr bewährt. Manche aber wollten es bei diesem Treffen noch nicht bewenden lassen. Ein Sektglas in der einen Hand und den Zettel mit den Adressen neu gewonnener Freunde in der anderen, hörte ein ungarischer Alumnus hingebungsvoll dem tschechischen "Trio B.B.B." zu, das dem Abend des Rektorempfangs eine kammermusikalische Note verlieh. "Und wann" fragte er, nachdem die Musik von Joseph Haydn verklungen war, "wann kommen Sie nach Budapest?"

Christine Domnik

 


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Heidelberg, den 14. Juli 2003