Die letzten 12 HAIlights

Sicher durch die Narkose?!
Moderne Anästhesie im Fokus: Was Arzt und Patient tun können

Freitag, 28.07.2017

Lokalanästhesie oder Vollnarkose? Vermutlich standen die meisten von uns schon einmal vor dieser Frage und dachten dabei auch über mögliche Risiken und Nebenwirkungen nach. Wie soll ich mich entscheiden, was ist die bessere, die sichere Wahl? Diesem zentralen Thema im Rahmen von Operationen widment sich das HAIlight im Juli.

Die Anästhesie ist ein relativ junges Fachgebiet, welches jedoch einen entscheidenden Anteil am Gelingen operativer Eingriffe sowie für den Patienten-Komfort hat. Obwohl es heute nur noch sehr selten Narkose-Komplikationen mit dauerhaften Beeinträchtigungen gibt, haben viele Patienten Sorgen, wenn eine Narkose notwendig wird. Neben zahlreichen Innovationen bezüglich der eingesetzten Medikamente, der Überwachung der Vitalfunktionen und der Narkosetiefe haben auch angepaßte Narkoseverfahren und klare Abläufe rund um die Operation die Patientensicherheit deutlich erhöht. Aber auch der Patient selbst kann entscheidend dazu beitragen, daß eine Anästhesie komplikationslos durchgeführt werden kann.

Unser Alumnus Dr. med. Bernd Scholz, Facharzt für Anästhesie, wird uns dieses besondere Themengebiet im Rahmen des HAIlights näher bringen. Dr. Scholz absolvierte das Studium der Humanmedizin von 1994 bis 2000 an der Fakultät für Klinische Medizin Mannheim der Universität Heidelberg. Seit 2012 ist er Oberarzt der Praxis für Anästhesie am ETHIANUM in Heidelberg. Dr. Scholz ist für die Phase der OP verantwortlich, in der die Patienten schmerzfrei und sicher schlafen und aus der sie besonders sanft wieder erwachen sollen - neben den operierenden Ärzten für Patienten also ebenfalls eine Schlüsselfigur.

Seien Sie beim HAIlight im Juli dabei und erfahren im Vortrag von Dr. Bernd Scholz Details zu den Abläufen einer Narkose, lernen Sie die Vor- und Nachteile einzelner Anästhesieverfahren kennen und erhalten wichtige Tipps und Verhaltenshinweise für Patienten. Nach Vortrag, Rückfragen und Gesprächen bildet die Klinik-Führung den Abschluss des HAIlights! Anschließend besteht die Möglichkeit, den Abend bei einem gemeinsamen Restaurantbesuch gemütlich ausklingen zu lassen.

Das HAIlight findet am Freitag den 28. Juli 2017 um 17:00 Uhr statt und dauert etwa 1,5 bis 2 Stunden. Die Zahl der Teilnehmer begrenzt.

Vergangenheit und Zukunft des Wissenschaftscampus "Neuenheimer Feld"

Freitag, 19.05.2017

Beim HAIlight im Mai geht es um ein ganz besonders aktuelles und brisantes Thema:

Prof. Dr. Dr. h.c. Peter Meusburger, Inhaber des Lehrstuhls für Wirtschafts- und Sozialgeographiedes Geographischen Instituts der Universität Heidelberg, beleuchtet die Entwicklung, die Vorteile und Besonderheiten, sowie die Zukunft des Campus "Neuenheimer Feld".

Dies hat aktuell besondere Relevanz, da derzeit im Gemeinderat diskutiert wird, teile des Campus in das Patrick Henry Village auszulagern, mit weitreichenden Folgen für Wissenschaft und Forschung.

Für einen Wissenschaftler reicht es nicht, begabt, kreativ und hoch motiviert zu sein zu sein, er benötigt auch ein Umfeld oder Wissensmilieu, welche ihm die Umsetzung seiner Ideen ermöglichen und ihm die erforderlichen Anregungen bietet. Internationale Spitzenforschung stellt besonders hohe Anforderungen an die Forschungsinfrastruktur und das Kontaktpotential des Standorts. Der Vortrag wird sich mit der Entwicklung und den Vorteilen des Campus "Im Neuenheimer Feld" beschäftigen.

Einige Mitglieder des Gemeinderats haben vorgeschlagen, wissenschaftliche Einrichtungen vom Neuenheimer Feld in einen neu zu errichtenden Campus im Patrick Henry Village zu verlagern. Offensichtlich sind ihnen die damit verbundenen Nachteile für die betroffenen Wissenschaftler nicht bewusst. Wenn ein Teil der Heidelberger Kommunalpolitiker nicht mehr versteht, wie Spitzenwissenschaft funktioniert, welche Rahmenbedingungen sie benötigt, um international wettbewerbsfähig zu bleiben, wird dies auf die zukünftige Entwicklung der Wissenschaftsstadt Heidelberg sehr negative Konsequenzen haben.

An den etwa 40-minütigen Vortrag und die Diskussion wird sich ein kurzer Rundgang durch das Neuenheimer Feld anschließen, bei dem einige der im Vortrag angeschnittenen Fragen vor Ort diskutiert werden können.

Das HAIlight findet am Freitag den 19.05.2017 um 17:00 Uhr im Neuenheimer Feld statt. Die Dauer beträgt ca. 1,5 bis 2 Stunden.

Mit der "Rolling Clinic" durch den Dschungel:
Einsatz als German Doctor auf den Philippinen

Freitag, 21. April 2017

Foto:
Dr. Verena Gröschel

Schon zum zweiten Mal verbrachte die Allgemeinärztin und Alumna
Dr. med. Verena Gröschel aus Eppelheim einige Wochen im Januar und Februar 2017 bei einem humanitären Einsatz auf Mindanao.

Beim HAIlight im April wird Frau Gröschel von Ihren Einsätzen berichten.

Die German Doctors sind eine Nichtregierungsorganisation und behandeln in zahlreichen Projekten seit Jahrzehnten arme Menschen in verschiedenen Ländern. Dabei wird großer Wert gelegt auf Schulung und Ausbildung der einheimischen Mitarbeiter, um später einmal die Projekte zurückzugeben in die Hand der jeweiligen Länder.
Mindanao gehört zu den ärmsten Inseln der Philippinen. Dort betreiben die German Doctors 3 Armenhospitäler. Zudem versorgen sie die unzugänglichen abgelegenen Bergregionen im Land, wo sonst kein Arzt zu den Menschen hinkommen würde. Bei diesen "Rolling Clinic" ist ein einheimisches Team zusammen mit einem German Doctor und manchmal auch mit meinem Zahnarzt unterwegs. 10 Tage dauert diese oft anstrengende Rolling Clinic und ein vollbepackter Jeep bringt das Team zu den Menschen. Alle 6 Wochen kommt so ein Arzt in die entlegenen Dörfer.

Als Ärztin hat Frau Dr. Gröschel viele Krankheitsbilder gesehen, die bei uns gänzlich unbekannt sind und mit der Armut dieser Menschen oft zusammenhängen. Es sind packende und anrührende Patientenschicksale, die sie kennenlernen durfte.
Die derzeit politische Situation auf Mindanao verschlechtert noch die Lage der Patienten. Armut, politische Unruhen, Naturkatastrophen und eine wunderschöne vulkanische Landschaft prägen die Insel.
Kommen Sie mit auf eine Reise zu einer Insel voller Gegensätze, deren Menschen trotz der Armut liebenswürdig und stolz sind - und sehr dankbar für jede Hilfe!

Das HAIlight findet am Freitag den 21.04.2017 um 17:00 Uhr statt. Die Dauer beträgt ca. 2 Stunden.

Starke Frauen bewegten Heidelberg

Freitag, 24. März 2017

Fotos:
Sofja Kovalevskaja (o.l.);
Hannah Arendt (o.r.), Foto: Ricarda Schwerin;
Hilde Domin (u.l.), Foto: Mathias Michaelis/DLA Marbach;
Rahel Goitein (u.r.)

Themenführung durch Heidelberg

Am 20. März beginnt der astronomische Frühling. Passend dazu findet das HAIlight im März draußen statt: Alumna Sigrid Drescher und HAI laden zu einer Themenführung durch die Stadt zum Thema: "Starke Frauen bewegten Heidelberg".

Die weltweit erste Professorin für Mathematik war einst die erste Hörerin an der Universität Heidelberg, 31 Jahre vor den ersten vier ordentlich immatrikulierten Studentinnen. Goethes Freundin Dorothea Delph war Teil geheimer diplomatischer Aktivitäten zwischen der Kurpfalz und Preußen und Hannah Arendt ist als bedeutende politische Theoretikerin und Philosophin weltweit bekannt.

Unzählige Impulse gingen von "starken Frauen" in Heidelberg aus: Sie prägten die Stadt und ihre Geschichte und gestalteten deren Alltag "bewegt" mit. Diese "Heidelbergerinnen" waren immer aktiv und konstruktiv an dem Bilden und der Erhaltung der städtischen Gesellschaft und Gemeinschaft beteiligt. Ihre Lebensgeschichten geben uns wesentliche historische Einblicke und fordern uns zu einem Dialog mit Vergangenheit und Gegenwart auf. Wir können uns von ihrem persönlichen "Heidelberger Schicksal" anrühren lassen und miteinander ins Gespräch kommen.

Die Führung ist als Rundgang gestaltete und führt zu folgenden Stationen: Universitätsplatz - Universitätsbibliothek - Peterskirche - Am Schlossberg - Kornmarkt - Völkerkundemuseum - Marktplatz - Alte Brücke.

Das HAIlight findet am Freitag den 24.03.2017 um 17:00 Uhr statt. Die Dauer beträgt ca. 1,5 Stunden.
Im Anschluss besteht die Möglichkeit das Gespräch im Marstall-Café fortzusetzen.

Priester, Schreiber, Pyramiden - Eine Reise ins alte Ägypten

Freitag, 24. Februar 2017

Besuch und Führung durch die Ägyptologische Sammlung der Universität

Zum HAIlight im Februar lädt Sie Alumna Dr. Dina Faltings und HAI ein, anhand der einzigartigen Sammlung des Ägyptologischen Instituts der Universität Heidelberg in die faszinierende Welt des alten Ägyptens einzutauchen.

Die 1912 gegründete Lehr-Sammlung des Ägyptologischen Instituts umfasst einen guten Querschnitt durch alle Lebensbereiche und Phasen der altägyptischen Geschichte von der Steinzeit über die pharaonische Kultur bis in die Spätantike, als Ägypten christlich und Teil des Byzantinischen Reiches war. Der Schwerpunkt liegt jedoch eindeutig auf den Jenseitsvorstellungen der Pharaonen und ihrer Untertanen, da ein Großteil der Ausstellungsstücke aus Pyramidenanlagen, Gräbern und Tempeln stammt. Die Sammlung beinhaltet Särge, Mumien und Totenbücher, ebenso wie zahlreiche Funde von Berufs- und Alltagsgegenständen, Schreibzeug, Spielsachen, Sandalen und Schmuck. Ein ganz besonderes Highlight stellt der sogenannte Pfauensarg dar - ein reich bemalter Sarg, der singulär auf der ganzen Welt ist und nur in Heidelberg besichtigt werden kann.

Dr. Dina Faltings, die Kustodin der Sammlung, wird die interessantesten und schönsten Stücke vorstellen. Sie ist selbst Alumna der Universität, studierte hier Ägyptologie und promovierte schließlich über Keramiken als Datierungsmittel. Sie nahm an vielen Ausgrabungen in Ägypten teil und leitete einige davon selbst. Nach ihrer 5-jährigen Zeit als Referentin des Deutschen Archäologischen Instituts in Kairo, fand sie zu ihrer Alma Mater zurück, wo sie heute als Dozentin den Studierenden der Ägyptologie die Kunstgeschichte und Archäologie des Alten Ägypten nicht nur anhand der Sammlung des Instituts nahe bringt.

Das HAIlight findet am Freitag den 24.02.2017 um 17:00 Uhr statt. Die Dauer beträgt ca. 2 Stunden.

Kratzer, Blechschaden, Unfall: Verhalten Sie sich richtig?

Freitag, 27. Januar 2017

Nach einem Unfall kann man mehr Fehler machen, als man sich vorstellen kann. Unfallgegner werden ggf. versuchen, die Schocksituation zu nutzen, um sich eine günstige Ausgangsposition zu verschaffen, gut gemeinte, bereitwillige Äußerungen gegenüber der Polizei können schwerwiegende Folgen haben. Auch eine vermeintlich klare Rechtslage kann sich im Nachhinein anders als erwartet darstellen. Auch die eigene Versicherung kann Probleme machen - oder Ansprüche vertuschen, um möglichst wenig zahlen zu müssen.

Der Vortrag von Rechtsanwalt und Alumnus Frank Richter zum Thema "Straßenverkehrsrecht für Betroffene" will auf derartige Situationen vorbereiten, damit neben dem Unfall nicht noch weitere Schäden eintreten.
Im Anschluss können in einer offenen Diskussionsrunde weitere Fragen beantwortet werden.

Das HAIlight im Januar findet am Freitag, den 27.01.2017 um 19:00 Uhr in der Altstadt statt (Dauer ca. 2 Stunden). Details zum Veranstaltungsort erhalten Sie nach der Vergabe der Plätze.

HAIlight im Winter

Jahresrückblick mit Kierkegaard: Das Leben wird vorwärts gelebt und rückwärts verstanden

16. Dezember 2016, 17:00 Uhr

Kurz vor dem vierten Advent laden wir Sie herzlich dazu ein, gemeinsam mit Alumna Hilde Holzner, Prof. em. Dr. Christian Möller und Sören Kierkegaard das Jahr Revue passieren zu lassen.

Prof. Möller, von Haus aus Theologe, gibt spannende Einblicke in das Leben des dänischen Theologen und Philosophen Sören Kierkegaard (1813-1855) und erklärt, wie Kierkegaards Biografie zur Grundlage für eine Existenzphilosophie wurde. Am Ende des Jahres 2016 und kurz vor Weihnachten gibt dieses HAIlight auch Anlass zum Rückblick auf das eigene Leben: Wie ist es bei mir gelaufen? Mit Blick auf die vergangene Zeit fragt Kierkegaard: "Mensch, wo bist Du denn hingekommen?" Das Thema regt zu Gesprächen, Reflexionen und Fragen an, über die mit Prof. Möller philosophiert werden kann - gern auch im Anschluss bei einem Glas Glühwein auf dem Heidelberger Weihnachtsmarkt. Wir sind gespannt!

14 km Autobahn im Neuenheimer Feld:
Das unterirdische Tunnelsystem der Uniklinik

Freitag, 25. November 2016

Man sieht es dem Neuenheimer Feld kaum an, aber unter der Erde herrscht reges Treiben...
In einem 14 km umfassenden unterirdischen Gangsystem fließen Waren, Essen, Wäsche, medizinische Proben uvm. zwischen den verschiedenen Institutionen der Universitätsklinik hin und her und dieses sorgt so für einen reibungslosen Ablauf des Klinikbetriebs. Zusätzlich fahren auf einem ca. 7 km langen Schienennetz führerlose Elektrofahrzeuge Ihre Fracht selbständig an den Bestimmungsort und die größte Rohrpostanlage Europas liefert täglich tausende von Päckchen binnen Minuten an die jeweilige Adresse.
Das HAIlight im November führt die Alumni in diese faszinierende Unterwelt des Neuenheimer Felds und gewährt Einblicke in die technische Infrastruktur und die automatischen Transportsysteme zur Ver- und Entsorgung des Klinikums.
Baudirektorin Ursula Orth und Amtsleiter Rolf Stroux vom Universitätsbauamt werden das Tunnelsystem für die Alumni näher beleuchten, sowie über aktuelle Ausbaumaßnahmen und zukünftige Entwicklungen berichten.

Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Universitätsapotheker

Freitag, 14. Oktober 2016

Am 14.10.2016 lädt Sie Alumnus und Apothekenleiter Dr. Torsten Hoppe-Tichy herzlich dazu ein, gemeinsam die Apotheke des Universitätsklinikums kennenzulernen!

Die Krankenhausapotheke des Universitätsklinikums Heidelberg ist mit einem Versorgungsumfang für fast 3000 Krankenhausbetten, einem Einkaufsvolumen von fast 100 Mio. EUR und über 100 Mitarbeitern eine der größten Krankenhausapotheken Deutschlands. Im Gegensatz zu niedergelassenen Apotheken ist dabei die durchaus starke Ausrichtung auf die Herstellung individueller Arzneimittelzubereitungen und Klinische Prüfpräparate als auch die Arzneimittelinformation zu erwähnen. Es werden Medikamente hergestellt, entsorgt und in Klinischen Studien erprobt. Außerdem sind die Mitarbeiter/innen in die Lehrtätigkeit der Universität eingebunden.

Dr. Hoppe-Tichy, Fachapotheker für Klinische Pharmazie und Pharmazeutische Analytik, leitet die Apotheke seit 1993. Er wird durch die Apotheke führen und uns bei Pillen, Tropfen sowie Risiken und Nebenwirkungen fachkundig den Durchblick vermitteln.

Um sich für das HAIlight anzumelden, schicken Sie bitte bis zum 5. Oktober eine E-Mail an hailight@alumni.uni-heidelberg.de.

HAIlight im Herbst

Von der Schatzsuche zur modernen Archäologie

03. September 2016, 20:00 Uhr


Foto: Hubert Vögele

Am Samstag, 03. September 2016 laden wir Sie herzlich dazu ein, gemeinsam Gina Frenz und Dr. Maria Anastasiadou vom Archäologischen Institut der Universität Heidelberg zu lauschen. Beide werden uns etwas über berühmte Archäologen und ihre Ausgrabungen erzählen. Angefangen bei altertümlichen Schatzsuchern, die auf der Suche nach Abenteuern und Reichtum archäologische Stätten fanden, begeben wir uns auf die Reise hin zur modernen Archäologie. Die heutigen Wissenssucher, meist im Auftrag von Universitäten, Instituten und Nationen unterwegs, nutzen nicht nur ihre Hände zum "Ausgraben", sondern suchen via Satellit und anderer Technik ganz modern.

Dank des Engagements von Ulrike Marcks, Alumna und Vorsitzende des Forums Antike, findet dieses HAIlight in den Räumen des Archäologischen Instituts, das in diesem Jahr 150 Jahre alt wird, statt. Im Anschluss laden wir Sie zu einem Getränk auf die Dachterrasse des Instituts ein. Hier können Sie den Abend ausklingen lassen und außerdem den besonderen Ausblick auf die letzte Schlossbeleuchtung des Jahres genießen.

Die Veranstaltung ist kostenlos.


HAIlight im Sommer

Kolonialgeschichtlicher Stadtrundgang durch Heidelberg

17. Juni 2016, 17:30 Uhr


Am 17. Juni 2016 laden wir Sie herzlich dazu ein, gemeinsam mit schwarzweiss e.V. und in Kooperation mit dem Ausländer-/Migrationsrat (AMR) der Stadt, Heidelberg einmal ganz anders kennenzulernen.

Internationalität und Weltoffenheit kennzeichnen das Selbstbild Heidelbergs, das Universität und Stadtmarketing gerne zeichnen. Die "internationale Strahlkraft", welche die Universität für sich beansprucht, lässt sich auch in einer historischen Dimension lesen: In einem (post)kolonialen Stadtrundgang wollen wir uns auf eine kolonialgeschichtliche Spurensuche durch Heidelberg begeben. Die Universität als Umschlagplatz von Wissen nimmt dabei eine besondere Stellung ein. Interesse für ferne Länder und Kulturen, für "das Andere", hat zu zahlreichen Institutsgründungen geführt, von wo aus Wissenschaftler loszogen, die Welt außerhalb Europas zu erforschen und zu erklären. Fächer wie Auslandskunde und Humangeographie entstanden parallel zur deutschen Kolonialpolitik und unterstützten häufig koloniale Ansprüche.
Aber auch außerhalb der Universität lassen sich in Heidelberg koloniale Spuren finden. Kolonialwaren und internationaler Tabakhandel webten Heidelberg in koloniale Wirtschaftszusammenhänge ein und brachten über die Werbung exotisches Flair in die Heidelberger Schaufenster. Nicht nur Hafenstädte wie Hamburg, sondern eben auch die kleine kurpfälzische Universitätsstadt waren in den Handel mit den Kolonien eingebunden.

Die Stadtführung möchte den Teilnehmenden eine neue Perspektive auf die eigene städtische Lebensumwelt eröffnen und zu einer sensibleren Sicht auf koloniale Ursprünge und deren Fortwirken im heutigen postkolonialen Kontext der Globalisierung anregen.

Der Stadtrundgang ist kostenlos, die Gruppengröße beschränkt.


Prinzhornsammlung:
Paul Goesch - Zwischen Avantgarde und Anstalt

Donnerstag, 12. Mai 2016

Paul Goesch: Sitzender, 1920?
Gouache über Feder auf Papier, Sammlung Prinzhorn, Inv.Nr. 1090/137.

Am 12.05.2016 laden wir Sie herzlich zu einer Sonderführung durch die neue Ausstellung zu Paul Goesch in die Sammlung Prinzhorn ein. Kunsthistoriker und Museumsleiter PD Dr. phil. Thomas Röske wird uns führen und spannendes zu einem der wenigen ausgebildeten Künstler der Sammlung erzählen. Goesch war nämlich ein angesehener expressionistischer Maler und Zeichner seiner Zeit und aktives Mitglied der Avantgarde, der zwanzig Jahre in psychiatrischen Anstalten verbrachte, bis er 1940 von den Nationalsozialisten ermordet wurde.

Dem Museum wurden 2015 über 340 Werke Goeschs geschenkt und präsentiert nun mehr als 150 Zeichnungen und Aquarelle des Künstlers aus eigenen Beständen, viele davon werden erstmals ausgestellt. Paul Goeschs vielfältige Gouachen zeigen phantastische Architektur, Porträts, christliche und mythologische Szenen sowie gegenstandslose Kompositionen. Trotzdem ist Paul Goesch in der Kunst bis heute ein Grenzgänger geblieben. Obgleich er in der Gläsernen Kette ein gleichwertiges Mitglied neben u.a. Bruno Taut, Walter Gropius und Hans Scharoun war, blieb seine Rezeption wegen seiner Psychiatrisierung zögerlich. Und als "Anstaltskünstler" fanden ihn viele "zu professionell". Hans Prinzhorn, der bereits um 1920 Werke von Goesch erhielt, äußerte sich in seinem bahnbrechenden Buch "Bildnerei der Geisteskranken" nicht über den Berliner Künstler - weil er ihm nicht authentisch genug erschien. Heute können wir jenseits der einen wie der anderen Vorurteile einen einzigartigen Künstler neu entdecken. Zeitlich parallel stellt die Berlinische Galerie Goesch in einer Ausstellung neben Bruno Taut und Paul Scheerbart als Visionär der Moderne vor.

Ausgebucht!